



Am 15. Juni 2026 begrüßten wir das White Horse Theatre zu gleich zwei Vorstellungen. Das professionelle Tourneetheater trat mit einem erfahrenen, rein englischsprachigen Ensemble auf – alle Schauspielerinnen und Schauspieler sind Native Speakers.
Die erste Vorstellung richtete sich an die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen. „The Tiger of the Seas“ war ein lebhaftes Piratenstück mit viel Tempo, Humor und eindrucksvollen Figuren.
Auf der Suche nach einem neuen Crewmitglied gelang es dem furchterregenden Piraten Black Nick Sharmuck zunächst, den Hirtenjungen Robin als neues Crewmitglied zu entführen und für das Piratenleben zu begeistern. Wäre da nicht Jenny gewesen …
Die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer wurden aktiv ins Geschehen einbezogen und – zur großen Freude aller Beteiligten – zum Mitmachen animiert. Die Stimmung war ausgelassen: Lachen, Zurufe und begeisterte Reaktionen zeigten, wie viel Spaß die Schülerinnen und Schüler an dem Stück hatten. Dabei wurde ganz „nebenbei“ ausschließlich Englisch gesprochen.
Als Nächstes stand eine ganz andere, anspruchsvolle Produktion für die Oberstufe (EF und Q1) auf dem Programm: eine Neuinszenierung von F. Scott Fitzgeralds Klassiker „The Great Gatsby“.
Inhaltlich verwies die Darbietung immer wieder auf das ambivalente Wesen des American Dream: die Verheißung von Aufstieg, Freiheit und Selbstverwirklichung neben der Realität von sozialer Ungleichheit, moralischem Verfall und dem Scheitern individueller Hoffnungen. Gatsbys betrügerischer Aufstieg zum reichen Gastgeber, sein Schicksal, charakterisiert durch Einsamkeit und die unerfüllte Liebe zu Daisy, und schließlich die tödliche Tragödie offenbarten die Grenzen dieses Traums.
Die Englischkurse der Q1 hatten im Vorfeld Auszüge aus dem Originalroman gelesen und konnten dadurch Vergleiche zwischen Text und Bühne ziehen. Besonders interessant waren die unerwarteten Mehrfachbesetzungen und die Ergänzung einer neuen Erzählperspektive, die dem Stück durch Multiperspektivität neue Interpretationsmöglichkeiten verlieh und im Nachhinein viel Gesprächsstoff bot. Im Anschluss an die Vorstellung standen die vier Schauspielerinnen und Schauspieler für ein Q&A zur Verfügung. Dadurch ergab sich eine Diskussion zu aktuellen weltpolitischen Themen, die in den Englischkursen in den Nachbesprechungen vertieft wurde.
Ein Dank gilt dem Förderverein, der einen Teil der Kosten übernommen hat. Sandra Rieke
