Besuch der Jahrgangsstufe 8 im Landtag NRW

Am 11. Mai 2026 besuchte die gesamte Jahrgangsstufe 8 gemeinsam mit den Politiklehrkräften Frau Aust, Frau Brenner, Herrn Dahlmanns und Herrn Dr. Op het Veld den Landtag Nordrhein-Westfalen – ein Tag voller Eindrücke, Politik zum Anfassen und vieler mutiger Redebeiträge.

Mit dem Reisebus ging es am Morgen Richtung Landtag. Gleich zu Beginn wartete eine Erfahrung wie am Flughafen: eine gründliche Sicherheitskontrolle. Danach wurden wir herzlich empfangen – sogar mit einem kleinen Frühstück. Es gab frische Brötchen, Muffins und Actimel, sodass alle gestärkt in den Tag starten konnten.

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Im Plenarsaal gab es dann Politik auf Augenhöhe. Wir nahmen auf den Sitzen der Abgeordneten Platz. Die Stühle kamen besonders gut an – modern, bequem, beweglich und drehbar. Für viele war es ein echtes Aha-Erlebnis, dort zu sitzen, wo sonst über wichtige Gesetze beraten wird. Vor allem aber entstand der Wunsch, dass wir für alle Klassenräumen auch genau solche Stühle anschaffen müssen.

Nachdem uns die Dame des Landtages dann einmal gestattet hatte, die Stühle auf Herz und Nieren zu prüfen und auszuprobieren, gingen wir aber zu unserer eigentlichen Aufgabe an diesem Morgen über: der Simulation einer Debatte im Plenarsaal. Dazu wurden zwei Schülerinnen für die Rollen der Ministerpräsidentin von NRW und ihrer Stellvertreterin ausgewählt. Im Nu waren also Antonia und Lisa zu mächtigen Frauen in NRW aufgestiegen. Leo durfte die Aufgaben des Landtagspräsidenten übernehmen. Und damit die drei auch wussten, wie man sich in solchen Rollen fühlt, mussten sie auf den offiziellen Plätzen im Plenarsaal Platz nehmen und Leo die Sitzung anführen. Als Landtagspräsident leitete er dann souverän durch die Debatte zum Thema „Wahlrecht ab Geburt“. Insgesamt sechs Schülerinnen und Schüler hielten ihre im Unterricht vorbereiteten Reden – ganz wie die großen Politikerinnen und Politiker am Rednerpult. Vor rund 100 Mitschülerinnen, Mitschülern und Lehrkräften zu sprechen, erforderte viel Mut, aber alle meisterten ihre Aufgaben bravourös und erhielten dafür verdienten Applaus.

Im Anschluss folgte ein einstündiges, offenes Gespräch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Guido Görtz. Dabei wurden vielseitige und aktuelle Themen von unseren Achtklässlern angesprochen: Es ging um Social Media und Künstliche Intelligenz, die damit verbundenen Chancen, Risiken und den verantwortungsvollen Umgang. Herr Görtz wurde nach seiner Meinung gefragt, ab wann er Social Media erlauben würde. Ebenso musste er persönlich zu der Frage Stellung nehmen, ab wann er denn junge Menschen für reif genug hält, um wählen zu dürfen. Dabei wurde er ganz schön in die Mangel genommen und musste sich u.a. auch rechtfertigen, warum er denn eine an Demenz erkrankte 80-Jährige für besser geeignet hält, eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen, als 14-Jährige. Die Schülerinnen und Schüler erhielten auf jeden Fall gute Einblicke in die Komplexität politischer Entscheidungen und bekamen einen Eindruck davon, was man immer alles bei einem Gesetzesentwurf mitbedenken muss.

Im weiteren Gesprächsverlauf wurde Herr Görtz noch zu seinem Verdienst, seinem Tagesablauf, der Unbeliebtheit von Friedrich Merz in aktuellen Umfragen und seiner Meinung zur Wehrpflicht interviewt. Die Fragen waren kritisch, reflektiert und zeigten, wie stark sich viele in unserer Jahrgangsstufe mit Politik auseinandersetzen. Herr Görtz nahm sich Zeit für ausführliche Antworten und gab ehrliche Einblicke in die Arbeit eines Landespolitikers.

Für unsere Achtklässler wurde Politik so greifbar, Mitbestimmung erlebbar und Mut sichtbar. Vom Sicherheitscheck über das Frühstück bis hin zu Debatte und Dialog – dieser Tag hat nicht nur Wissen vertieft, sondern auch Lust gemacht, sich einzumischen. Ein Dank gilt allen Mitwirkenden, vor allem unseren mutigen Rednerinnen Anna, Antonia, Canan und den Rednern Felix, Jona und Steffen, Landtagspräsident Leo für die souveräne Leitung sowie dem Abgeordneten Guido Görtz für das offene Gespräch.

Und wer weiß, vielleicht war dieser Ausflug ja der Startschuss für zukünftiges politisches Engagement?

(Kira Brenner)